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Über die Robinie

Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudo-acacia „L”)

Bezeichnungen: Gewöhnliche Robinie, Weiße Robinie, Robinie (Deutsch), Black Locust (Englisch), Robinia (Italienisch), Belaja akacija (Russisch), Robinier (Französisch).
In vielen Ländern nennt man sie einfach Akazie. Das gibt Anlass zu Irrtum, weil einige sie deswegen mit den echten Akazienarten (Gattung der Acacia), die im subtropischen, tropischen Gebiet wachsen, verwechseln.

Verbreitung: Hofgärtner J. Robin. hat die Robinie zusammen mit vielen anderen Pflanzenarten nach Europa 1601 importiert (laut erdgeschichtlichen Forschungen war Robinia schon im Tertiär in Europa zu finden). Ihre Verbreitung in Europa war besonders in Ungarn beispiellos schnell. Heute besteht 19,8% der ungarischen Wälder aus Robinie und es gibt kein anderes Land in Europa, wo es so viele Robinienwälder gäbe, wie in Ungarn (320.000 ha). Es ist also kein Zufall, dass man im Holzhandel die „Robinie” als eine typisch ungarische Art betrachtet. Sie bevorzugt ein wärmeres Klima und einen nährstoffreichen Sandboden (sie bedarf eine der Rebe ähnlichem Klima).

Die Merkmale der Robiniebäume

Sie wächst 25-40 m hoch und entwickelt einen Brusthöhendurchmesser von 30-60 cm. Ihr Wachstum verringert sich stark nach 30 Jahren, deshalb wird sie im Alter von 30-40 Jahren eingeschlagen. Ihre Borke ist netzartig- längrissig, dick und graubraun. Bei älteren Bäumen erreicht ihre Volumenrate 20-25%. In einem geschlossenen Bestand entwickelt sie einen relativ geraden, zylindrischen Stamm. Viel mehr Aufmerksamkeit würde die Verbreitung sog. „Mast“-Akazien-Arten mit einem geraden, zylindrischen Stamm verdienen.

Die Eigenschaften des Robiniengewebes

Makroskopische Struktur: aus gewebestruktureller Hinsicht gehört die Robinie zu ringporigen Laubbaumarten (zusammen mit der Eiche, der Ulme, der Esche, der Edelkastanie usw.).

Splint und Kern: die Arobinie hat einen dünnen Splint (die Splintschicht enthält 2-6 Jahrringe).
Der Splint ist hellgelb und die Farbe des Kerns variiert von gelbbraun bis hin zu graugrün. Im Splint fehlen die kernartigen Stoffe, daher ist sie an ihren mechanischen Eigenschaften dem Kern unterlegen.
Unter den kernartigen Stoffen sind die Gerbmittel, Harze, Farbstoffe, Holzgummi und Robinetine am wichtigsten.

Unter diesen sind besonders Gerbsäure und Robinetinarten für die Dauerhaftigkeit der Robinie bedeutend. Unter Einfluss der kernartigen Stoffe erhöht sich die Widerstandsfähigkeit des Kernteils.

Der Splint hat einen hohen Wassergehalt und enthält eine Menge von einfachen organischen Materialien und daher befallen Pilzen und Insekten vor allem diesen Teil des Baumes.

Anhand ungarischer und ausländischer Erfahrungen kann die praktische Dauerhaftigkeit der Robinie wie folgt geschätzt werden:

  • 25-40 Jahre im Freien in Kontakt mit dem Boden
  • 80-100 Jahre im Freien in keinem Kontakt mit dem Boden
  • über 500 Jahre im Gebäude an einem trockenen Ort und unter Wasser.

Jahresringstruktur: die Robine, wie im Allgemeinen ringporige Bäume, besteht aus deutlich abgesonderten Jahresringen und darunter frühen und späten Streifen.

Die Holzfasern sind im Durchschnitt 1 mm lang mit einer dicken Wand. Menge 56–60%. Diese sichern die ausgezeichnete Festigkeit der Robinie.

Holzfehler und Baumschäden

Gewebefehler: unter den (strukturellen) Gewebefehlern der Robine verdienen die ungleiche Jahresringbreite, die Exzentrizität, die falschen Jahrringe, der Borkenverwachsung und nicht zuletzt der Maserwuchs mehr Aufmerksamkeit (die aus den verfaulten Maserknollen beginnenden Verfärbungen nennt man in der Praxis “Hauptader”).

Biologische Schäden: wegen ihrer eigenartigen Gewebestruktur und chemischer Zusammensetzung widersteht sie biologischen Schäden. Der fast einzige bedeutende Pilze der Arobinie ist der Fäulnis erregende Eschenbaumschwamm (Fomes fraxineus, Cooke). Ähnlich wie bei den Pilzen begünstigen die Gewebestruktur und die chemische Zusammensetzung der Robinie den Insekten nicht. Schäden durch den Parkettkäfer (Lyctus linearis) sind im Splint des gelagerten oder eingebauten Holzes oft zu sehen.

Formale Eigenschaften und Fehler des Robinien-Rundholzes: Abholzigkeit als Holzfehler (über 1,5 cm/lm) kommt unseren Beobachtungen nach bei 20-24% der Schnitthölzern vor.
15-20% der in Sägewerken verarbeiteten Schnitthölzer haben eine flache Kurve. Die Länge der Stockanschwellung bei der Robinie ist nicht bedeutend und übersteigt im Allgemeinen die 50 cm nicht.

Neben der Gerbsäure spielt Dihydrorobinetin eine bedeutende Rolle bei der Dauerhaftigkeit des Robinienholzes. Sie ist im Kern des Robinienholzes zu 2-5% enthalten. Ihre typische, grünlich gelbe-braune Farbe ist auch diesem zusätzlichen Stoff zu verdanken.
Kristallinische Ablagerungen (Kalziumkarbonat, Kalziumoxalat) sind vor allem in den Markstrahlen, aber gelegentlich auch in den Gefäßen zu beobachten. Diese tragen stark dazu bei, dass die Robinie die Kante der Werkzeuge stumpf macht.
Gemäß der internationalen Norm Nr. DIN EN 350-2 ist die Robinie die einzige Holzart unter den europäischen Holzarten, welche die Resistenzklasse 1 erreicht. Aufgrund der hervorragenden Dauerhaftigkeit des Robinienholzes ohne chemische Behandlung wird sie als besonders umweltfreundliches Material angesehen.

Physische Eigenschaften

Dichte: die absolute Trockendichte der ungarischen Robinie beträgt 728 kg/m3. (Molnár S., 1988)
Die Rolle des Feuchtigkeitsgehalts ist deutlich kleiner im Vergleich zu den anderen, weit verbreiteten Holzarten, weil die Robinie auch lebendig nur 35-40% Feuchtigkeit enthält. Bezüglich der Lieferung von Robinienprodukten ist zu merken: bei sog. lufttrockenen Robinienholz mit einem Nettofeuchtigkeit von 15-20% ergeben sich 780–800 kg pro m3 und bei frisch eingeschlagenen, feuchten Materialien kann man mit 930–950 kg/m3 rechnen.

Der Anteil an tangentialen und radialen Eigenschaften bei der Robinie ist sehr vorteilhaft zu beurteilen. Die Robinie ist zum Verziehen weniger geeignet als die Eiche oder die Buche (dieses Phänomen ist mit ihren kleineren und wenigeren Markstrahlen verbunden).

Es ist darauf hinzuweisen, dass es im Robiniennholz sehr erhebliche innere Spannungen gibt.
Diese inneren Spannungen sind oft die Ursache für verschiedene Verformungen und Risse.

Wärmetechnische Eigenschaften

Aufgrund der hohen Dichte des Robinienholzes ist es relativ schwer zu entzünden. Die minimale thermische Strahlungsintensität für die Zündung beträgt bei der Robinie 2,6 W/cm2, bei der Eiche und der Buche 2,5 W/cm2 und bei der Fichte 1,7 W/cm2.

Festigkeits- und Flexibilitätseigenschaften

Unter den in Mitteleuropa angebauten Holzarten verfügt die Robinie über die hervorragendsten Festigkeits- und Flexibilitätseigenschaften.
Statische Biegefestigkeit (u = 12%): 156,1
Statische Biegeflexibilitäts-Modulus (u = 12%): 15890

Die Druck-, Zug- und Scherfestigkeitseigenschaften des Robinienholzes sind unten (MPa) dargestellt:

Druckfestigkeit MPa
 – parallel mit den Fasern 68,8
 – auf der Faser senkrecht 18,5
Zugfestigkeit 166,8
Scherfestigkeit (tangential) 12,3

Bezüglich der Schlag- und Biegefestigkeit, die die Zähigkeit des Holzes charakterisiert, überholt die Robinie die bekannten europäischen Holzarten weit (J/cm2)!

  • Eigene Untersuchungen (ungarische Robinie): 16,4
  • Stieleiche: 6,0
  • Hainbuche: 10,0
  • Buche: 5,2

Die für verschiedene Holzarten charakteristischen Verschleißwerte werden in der Regel mit der Buche verglichen. Dementsprechend ist die Reihenfolge der wichtigsten Holzarten:

Robinie 0,37
Buche 1,0
Esche 1,53
Eiche 1,56
Kiefer 1,73
Erle 3,3

Die Verschleißfestigkeit der Robinie ist also einzigartig unter den europäischen Baumarten.

Die Bearbeitungseigenschaften der Robinie

Nutzung in der Sägeindustrie

Wegen des relativ kleinen Durchmessers des Holzrohstoffs (durchschnittlich 23 bis 24 cm) ist die maserfreie Zone im Holzkörper sehr klein. Der Abstand zwischen den großen Maserknollen ist 60-68 cm und verfaulte Maserknollen sind sehr häufig. Aufgrund dieses Problems können aus Robinie kaum Produkte, die mehr als 1 m lang und vollkommen frei von Maserknollen sind, angefertigt werden.

Wegen der Härte und Festigkeitseigenschaften der Robinie ist das Holz schwer zu sägen. Im Vergleich zur Eiche ist der Sägewiderstand (Leistungsanforderung) 20-30% größer und auch die Abkant-Wirkung erhöht sich in ähnlichem Umfang.
Wenn das Robinienholz als Rundholz gelagert wird, benötigt es keinen besonderen Schutz (z.B. Sprühen).

Trocknen

Das Robinienholz kann gut getrocknet werden (ähnlich wie die Buche). Ein wesentlicher Vorteil der Robinie ist die niedrige, anfängliche Feuchtigkeit. Nach unseren Erfahrungen beträgt der Nettofeuchtigkeitsgehalt des Schnittholzes 30-35% (bei der Eiche ist es 50-60%), falls es innerhalb von 1-1,5 Monaten nach Holzeinschlag aufgesägt wird.
Dank dieser Eigenschaft kann das Schnittholz aus Robinie, Parkettfriese, Möbelplatte schon unmittelbar nach Aufschneiden des Rundholzes in künstliche Trockner gestapelt und ohne die Gefahr der Beschädigung getrocknet werden. Eine Vortrocknung ist also nicht nötig.

Oberflächenbehandlung

Bei der Robinie können die bekannten Oberflächenbehandlungstechniken gut eingesetzt werden. Die Buntheit der Farben kann durch Behandlung mit Wasserstoffperoxid bzw. Beizen reduziert werden.

In Ungarn werden die meisten Parkette, Treppen und Geländer aus Robinie angefertigt. Auch Baustrukturen, geklebte Balken, Holzhäuser, Werkzeugkammer, Zäune und Wandverkleidung werden in bedeutender Menge daraus hergestellt.

Neben dem Nut-Feder-Parkettboden ist auch die Herstellung von Fertigparketten und der Oberflächen-Verschleißschicht bedeutsam.

Das Robinienholz wird traditionell auch von Wagnern und zur Herstellung großer Mengen von Werkzeuggriffen verwendet.

Wir müssen auch die Produktion von Robinienfässern erwähnen. Da Weinfässer in den vergangenen Jahrhunderten aus Eiche gefertigt wurden, gab es anfangs (vor 15-20 Jahren) große Abneigung gegen Robinienfässer. Inzwischen hat es sich herausgestellt, dass die Robinie ein ausgezeichneter Grundstoff für die Herstellung von Fässern ist. Unabhängig von der Schneidrichtung lässt das Holz die Flüssigkeit nicht durch. Bei der Beugung der Robiniendauben kommt ein Bruch selten vor. Der charakteristische Geruch und die Farbe des Robinienholzes hat keine negative Auswirkung auf die Qualität des gelagerten Weines.

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